18 / 11 / 06

Lied 11

Erinnerst Du Dich noch an Lied 11? Tagelang nur Lied 11 aus den Aktivboxen schummernd, Du meintest, dass es auch von Sade sein könnte. Lied 11 war eine Woche lang Dein akustisches Bekenntnis, Deine Soundwelt, in der Du gearbeitet, geliebt und gekifft hast. Ich vermisse Deinen Biss, mit dem Du all den ganzen ExistenzScheiß weggepöbelt hast und dabei Deiner Selbst niemals im Weg standest. Du weißt, dass ich das an Dir immer mochte, so hart Du mit uns anderen sein konntest, so hart warst Du auch mit Dir. Keine Kompromisse, nicht für Dich. Die Welt hatte sich Dir zu fügen, wahrscheinlich war es das, was uns verband, die scheiß Welt, alles Asis und Penner, jaja, und Du und auch ich mitten unter ihnen. Ich weiß, was Dich an mir stört. Und genau das ist der Unterschied zwischen uns. Du verachtest Schwäche - und ich weiß, dass auch Du schwach bist.

Treffen wir uns nochmal im Park auf der Bank?




bohren und der club of gore - midnight radio: lied 11

15 / 11 / 06

Derududa

Derududedudedu
Derududa dancing away


can you feel that?




smoke city - can you feel that?

13 / 11 / 06

Letzte Zigarette

...und dann auch noch durchgebrochen, knapp über dem Filter.

it's a hard knock life

Böh.


Und gleich verpasse ich die Straßenbahn, klemme mir nen Finger zwischen den Aktenschranktüren und den Rest will ich gar nicht wissen.



aber sonst alles gut.

08 / 11 / 06

Saug die Sülze

Die in Berlin allgegenwärtige hasspredigende BZ hatte heute Morgen eine besonders appetitliche Leckerei aufgetischt, um doch einmal ganz subtil von den Skandalen um deutsche Tierprodukte abzulenken:

27 norwegische Schüler besuchten Polen und kehrten brechend nach Berlin zurück

Nun, liebe ausländischen Touristen, seid gewarnt, das nächste Mal bleibt Ihr in Berlin und labt Euch an unseren leckeren kulinarischen Spezialitäten.

Denn schon die Dänen Flensburger Jungens von Flugschädel waren ihrerzeit von deutschem Fleisch so begeistert, dass sie ihm eine Liebeserklärung der delikatesten Art machten:

Apfelkrautsalami

Friß die Wurst...
Schluck den Schinken...
Stopf das Fleisch...
Schwing die Blutwurst...
Saug die Sülze...
Kau die Sehnen...
Beiß das Hirn...
Schlürf das Blut...


Einen Appetithappen gibts hier nachzuhören.

flugschädel - apfelkrautsalami

04 / 11 / 06

Briketts

Meine Mitbewohnerin weckt mich zwischen fünf und sechs. Lautlos hechelnd und zitternd trappelt sie über die Dielen. Will das nicht wahrhaben, schlafe doch erst drei Stunden, will nicht raus in den kalten Regen und finde mich Minuten später im Morgengrau der Straße, die geduldig meine müden Schritte erträgt. Im vierten Stock eines Hauses, in dem vor eineinhalb Wochen noch eine Familie Zusammenhalt, Zukunft aber nicht Zufriedenheit zelebrierte, suche ich nach Licht und blicke nur in den blinden Spiegel eines Fensters an einem Novembermorgen, hinter dem sie vielleicht gerade von dem fordernden Lärm auf Dielen aufgetürmter Autos geweckt wird. Kleine Jungs sind so am frühen Morgen, kenne ich doch noch. Vorm Bäcker kauert der Hund einer flüchtigen Bekannten, meine Mitbewohnerin schlängelt sich ihm wackelnd und verzückt entgegen, gibt Küsschen, die etwas mürrisch erwiedert werden, und ich nicke ihr kurz zu, erinnere mich an die Zeit, als die beiden noch miteinander gespielt und gerauft haben und uns einen Grund lieferten miteinander zu reden.

Wieder oben lege ich Briketts auf aschebedeckte Glut, die unter dem Gewicht der Kohle bricht und zerfällt und nicht erlischt. In der Küche kochendes Wasser, das sich über Kaffee und Hand ergießt, doch dieser Schmerz wird durch die Stones geschockt, die das Gelaber des frohnatürlichen Affenpärchens im Radio mit glühend und verzehrend schneidender Mundharmonika unterbrechen; Briketts auf die Glut. Glut, die zerbricht und doch nie erlischt. Ich mag die Stones nicht so richtig, doch jedes einzelne Wort dieses Liedes schickt mich weit, weit weg. Worte, die viel zu stark sind und mich doch nicht wieder ins Bett gehen lassen. Kann das Radio nicht ausmachen und beginne diesen Text zu schreiben, als Charlotte Gainsbourg vorbeihuscht und noch ein Brikett nachlegt. Glut, die nicht erlischt.


rolling stones - love is strong
charlotte gainsbourg - the songs that we sing

21 / 10 / 06

...

vertrackt
verzwickt
verwirrt


verstehen?


und dabei bester laune.


that's it.


(wo sind die zigaretten hin?)

18 / 10 / 06

Unter Strom


Nun aber


Knopf drücken, den Gain-Regler hochdrehen bis auf 10.
Rauschen, Knacken, Knistern, Rascheln.
Plug in baby* auspacken, Kabel stecken, in den Arm nehmen, umhängen.
Noch nicht warm, noch nicht locker, soll ich Dich trotzdem spielen.
Kein Vorspielen, kein Proben, kein Auftreten.
Heute wird nicht gestimmt, ich spiele Dich wie Du bist.
Die linke Hand über den Hals gleiten lassen, Saiten unter Spannung.
Stille.
Rauschen, Knacken, Knistern, Rascheln.
Rückkoppeln bis die Membran scnnarrt.
Die rechte Hand auf die Saiten fallen lassen.

Und spielen.

Krachen, Lärmen, Dissonanzen, Disharmonien.
Hooks und Takte, Riffs und Rhythmen.

Distortion
Overdrive

Schweiß


Bis der Kopf leer ist. Ganz leer. Keine Unschärfen.


Bis der Moment kommt, in dem ich eins mit Dir bin. Losgelöst. Nur Du und ich.
Die Spannung löst sich, und es ist alles neu, Wärme steigt auf, strömt bis in die Fingerkuppen, die auf Deinen Saiten liegen, verweilen, innehalten, zur Besinnung kommen, zu Atem kommen.

Delay

Die Hände über die Saiten huschen lassen, ihnen Flageoletts entlocken.
Flüstern, Säuseln, Singen, Fließen.
Schweben.
Fliegen.

Loslösen.

Loslassen.



Anyone can play guitar*, aber mit ihr zu sprechen ist noch etwas ganz anderes.



*Muse
*Radiohead

Status

Online seit 7101 Tagen
Zuletzt aktualisiert: Oktober 21, 07:47

...
building buildings
everything in its right place
forget everything and remember
girl boy
nothing
offbeat
speed of sound
streets
the village
time, it's time
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